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Fam. Brigitte u. Willi Hufnagl    2010-06-28 13:17:22
Sehr geehrte Frau Mag. Ehrenstein!
Wir haben das reizende Ambiente von Schloss Reidling sowie Ihre wunderschöne Aufführung des idealen Gatten am 26. Juni 2010 genießen dürfen.
Wir freuen uns, dass der Theatersommer Reidling durch Sie nun schon längst zur Institution geworden ist.
Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, aber vorher hoffen wir wieder auf einige "Schmankerl" in der FBW!

Ihre Brigitte und Willi Hufnagl

Othmar Huber, Ermatingen    2010-06-25 10:37:43
Vielen Dank für den schönen Abend...ich war überwältigt von der Aufführung. Dank, komme gerne wieder. Othmar Huber Ermatingen
othmar.huber@kapo.tg.ch

Brigitte u. Willi Hufnagl    2010-05-17 23:51:17
Sehr geehrte Frau Magister Ehrenstein!

Noch ganz unter dem Eindruck Ihres Stückes „Wie man wird, was man ist“, dessen Aufführung wir gestern, am 11.5.2010 in der Freien Bühne Wieden miterlebt haben, schreiben wir Ihnen diese Zeilen. Mit der Auswahl des Stückes greifen Sie ein Thema auf, das noch nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat und das sehr zum Nachdenken anregt. Ihre Darstellung der Lina Loos war für uns außerordentlich berührend und zeigte uns wieder einmal mehr, dass Sie, sehr geehrte Frau Ehrenstein, eine Vollblutschauspielerin sind. Wir hoffen auf weitere interessante Stücke in der FBW und freuen uns auch wieder auf die Darbietungen unter Ihrer Intendanz auf Schloss Sitzenberg.

Es grüßen Sie sehr herzlich

Ihre

Brigitte und Willi Hufnagl


Dr. Franz Fuchs    2010-05-12 16:46:47
„Wie man wird, was man ist“
Das war der pure Theatergenuss! Pur die Bühne von jeder nur ablenkenden Ausstattung, womit die Schauspieler „ungeschützt“ darstellen konnten, was das Naturkinde Lina Loos, Gattin des berühmten Architekten Alfred Loos, sich selbst und der Mitwelt an ihrer Entwicklung zu „Was man ist“ zu bieten hatte. Autorin: Lina selbst! Beste Regie von Jenny Thost, eine wunderbare schauspielerische Leistung der neuen Direktorin des Hauses Mag. Michaela Ehrenstein (auch gesanglich!), eine Stephanie Fürstenberg als mutiges Dienstmädchen usf.
Ein mehr als vergnüglicher Theaterabend voller Einsatzfreudigkeit der Künstler.
Dr. F. Fuchs, Purkersdorf

Eskandary Barbara     2010-05-06 21:49:05
Ich bin - gemeinsam mit vielen anderen - seit Jahren ein großer Fan der Freien Bühne Wieden und organisiere regelmäßig Theaterabende. Meist bringe ich es auf 30 Interessenten und mehr, die sich in einem der umliegenden Lokale vorher zum Plausch und Schmaus treffen und dann gemeinsam ein Theaterstück - stets eine Uraufrühung - genießen. Bei WIE MAN WIRD WAS MAN IST war das Echo besonders groß! Auch ich habe mich vor allem vom 1. Teil so berührt gefühlt wie schon lange nicht! Und Michaela Ehrensteins Monolog im 2. Teil war mitreißend wie immer! Wir freuen uns, dass die Übernahme des Theaters im Vorjahr so gut geklappt hat und die Stücke nach wie vor tiefsinnig und unterhaltsam gleichzeitig sind. Auf ein Wiedersehen im Herbst!

Katharina     2010-05-06 09:41:55
BRAVO BRAVO BRAVO! Muss man mehr sagen? Müssen nicht, aber man kann, und zwar: Dieses Stück, dieses Ensemble, diese Inszenierung ist (so wie es ist!) hinreissend. Viel Erfolg weiterhin! Ich werde das Programm der Freien Bühne Wieden sicher im Auge behalten.

Ulli Fessl     2010-05-05 09:09:33
Liebe Michi! Ich habe noch nie an irgend eine Zeitung oder ein anderes Medium geschrieben, aber diesmal ist es mir ein Bedürfnis, meine Begeisterung über die Lina Loos-Premiere an Deiner Freien Bühne Wieden (WIE MAN WIRD, WAS MAN IST) auszudrücken: was für ein stimmiger Abend! Optisch (wunderschöne Kostüme unserer Babsie Langbein) und akustisch (Deine von Bela Fischer jun. begleiteten Lieder und Zwischenmusiken) .. ein Vergnügen. Deine Mitspieler - von Jenny Thost detail-inspiriert geführt - überzeugen mit jeder Geste, jedem Ton. Und wie Du Deine Tirelfigur vom erbarmungswürdigen Dummerl zur emanzipierten, befreiten Frau entwickelst, ist im höchsten Maße bewundernswert. Ganz Wien müßte Eure Vorstellung stürmen.
Herzlichst
Ulli

Doris Neger    2010-05-01 13:47:28
Freitag, 30. April 2010, Freie Bühne Wieden: WIE MAN WIRD, WAS MAN IST, LINA LOOS: Nach meinem (letzten?) knapp 12-Monate-Unternehmenssanierungs-Dauerei nsatz finde ich mich nach vorheriger Prüfung des Schaufensters "zufällig" zur Erholung im Theater ein.
Und erlebe einen starken, bewegten Abend, nicht nur für mich, wie ich feststellen darf. Es breitet sich der Wunsch nach MEHR aus.
Satz-Sequenz to remember: Ich will vom LEBEN geformt werden ...
MERCI BEAUCOUP an eine überzeugende Frau Ehrenstein & das Ensemble, Doris Neger

Dr. Leopold Stieger    2010-04-22 20:21:11
"Freispruch" ist beinharte Realität, wie im Vorjahr "Ledergeld" packend und realistisch zugleich. Kennt man Mathias Mander nicht und erlebt dieses Stück, dann denkt man sich vielleicht: der Schriftsteller hat eine gute Phantasie, denn nicht jeder könnte eine solche Geschichte erfinden. Aber dass das alles auch noch wahr ist, das schnürt dem Zuschauer die Kehle zu. Als Ergebnis langer Recherchen hat sich das wirklich so abgespielt und sind wirklich so viele Leute um ihr Geld und ihre Zukunft umgefallen - dafür gab es Freispruch. Was muss wohl in diesem Land passieren, dass kein zweiter ähnlicher Freispruch erfolgt? Die Betroffenheit des Zuschauers allein genügt da noch nicht. Nochmals mein Vorschlag: bei einer CSR-Veranstaltung würde sich dieses Stück besser eignen als Versprechnungen des Top-Managements. Und den Schauspielern ein grosses Lob: sie haben ihre Rollen gelebt, haben gelitten und genossen, je nachdem.

Gerhard Seicht    2010-04-12 16:44:59
"Freispruch"
Matthias Mander hat wieder ein spannendes Theaterstück geschrieben, dessen Handlung glaubhaft aktuell und wirklichkeitsnah erscheint, auch wenn sich der Hinweis findet, dass das Stück frei erfunden sei ...
"Recht" und "Gerechtigkeit" bzw. "Recht haben" und "Recht bekommen" müssen nicht immer deckungsgleichen Inhalts sein und nicht immer tritt in der Realität im letzten Moment ein Deus ex machina in die Szene, der der gerechten Sache doch noch zum Sieg verhilft.
Dem Autor, den Schauspielern und der Regie gebührt ein herzliches Dankeschön für dieses lehrreiche Stück bzw. für die gezeigten Leistungen!
Als ein von den Darbietungen der hochsubventionierten Staatsbühnen oft abgestoßener Theaterbesucher wünsche ich mir noch zahlreiche Theaterstücke aus der Feder Matthias Manders und deren werkgetreue Aufführung in der Gediegenheit der Freien Bühne Wieden!
Gerhard Seicht

Oskar Holl    2010-03-29 14:22:46
Matthias Manders "Freispruch" ist im Vergleich zur vorjährigen Produktion von "Ledergeld" noch präziser, noch bühnenwirksamer in zweifacher Hinsicht. Einmal überzeugt der Plot, und zweitens bietet das Stück hervorragende, plastische Rollen für die Schauspieler. Dass diese sie gekonnt und mit Einfühlung, dazu auch mit einer guten Dosis Spielfreude, aufgreifen und umsetzen, und außerdem noch - nimmt man die geschickt eingesetzten Chansons, die nicht im Text stehen - viel kreative Phantasie dazutun, spricht für die Qualität von Ensemble und Theater.

In einem Zeitalter des hemmungslosen Regietheaters, in dem selbst Shakespeare-Stücke zu solipsistisch aufgemotzten Revuen werden, hinter denen keiner mehr Shakespeare vermutet, tut diese Art von Dokumentar-Theater not - und gut. Sie wäre, nebenbei gesagt, eine der wenigen noch denkbaren Chancen im Wettlauf des Theaters gegen den Film und die Neuen Medien, den die Staats- und Repertoiretheater gerade mit ihrer Anbiederung an das Filmische ganz offensichtlich schon verloren haben. Und es ist mehr als eine ironisch-historische Pointe, dass das erste Stück mit der Bezeichnung "Dokumentartheater" oder Dokudrama zunächst ein Fernsehspiel war, nämlich Heinar Kipphardts Stück "In der Sache J. Robert Oppenheimer" von 1964.

Dem Leben ins Gesicht schauen: Das Ehepaar Weinert aus dem "Freispruch", das seine Ersparnisse diesem noblen Gauner anvertraut hat, tut das. Die Weinerts sind heutzutage keine isolierten querulatorischen Sonderlinge mehr, sondern, leider, leider, ein durchgängiger Typus: Jenseits der österreichischen Grenzen, in dem Deutschland der Nachwende-Zeit etwa, gibt es bis heute Zehntausende von Bundesbürgern, die, übertölpelt von vermeintlich hochseriösen Banken (westdeutschen Banken!), ihre Ersparnisse und ihre Altersversorgung nach 1990 in Immobilien in der ehemaligen DDR gesteckt haben. Heute heißen diese Immobilien nur noch Schrott-Immobilien, und die Sparer von damals müssen noch laufend Betriebskosten und Unterhalt der leerstehenden Realitäten bezahlen, wenn sie nicht noch den Rest ihres Vermögens verlieren wollen.

Manders "Freispruch" weist auf einen blinden Fleck der Justiz hin, der anscheinend nicht nur einer in der österreichischen Justiz ist. So streng die Paragraphen der Strafgesetze, die in Mitteleuropa ja alle vom Ende des 19. oder Beginn des 20. Jahrhunderts stammen, im Ahnden der physischen Ent-Eignung, sprich: Diebstahl vom "kleinen" Ladendiebstahl bis zum Wegnehmen von Geld unter mehr oder weniger gewalttätigen Umständen, ist, so sperrig, ja zögerlich verhält sich die Rechtspflege mit den mehr "unsichtbaren" Eigentumsvergehen, mit dem virtuellen Betrug, mit der bargeldlosem unautorisierten Umverteilung von Volksvermögen. Und das ist ja heute das viel wichtigere Schadensgebiet.

Man mag manchen Versuch daran hängen, sich zu erklären, wie die das Rechtsempfinden unserer Gesellschaft prägenden Eliten zu einer solchen Haltung kommen bzw. gekommen sind - aber das würde hier zu weit führen.

Man kann aber auch zurückgehen zum "Freispruch", einem Stück, dem man gerne bescheinigt, dass es eine hochkomplexe, gesellschaftlich relevante Materie überschaubar und amüsant auf den Punkt bringt und einem halben Dutzend Personen auf den Leib schreibt. So sehr, dass es nicht nur Aufklärung ist, sondern auch kenntnisreiche Unterhaltung und wissender Witz in einem. Eben THEATER in mehrfachem Sinn.

Jenny Pippal-Kralik    2010-03-11 12:30:24
Zunächst ein grosses Danke an die Freie Bühne Wieden für diese
Produktion.
Unter dem Titel "Eleonora Duse - ein literarisches Lebensbild"
verbirgt sich das packende Psychogramm einer überragenden Künstlerin.
Andrea Jonasson ist sicher eine ideale Interpretin dieser berühmten
italienischen Diva. Mit unverwechselbarer Stimme zeichnet sie ein
sensibles Porträt der Duse und verwöhnt das Publikum mit wunderbaren
Rollenbeispielen von Shakespeare bis Ibsen.
Ein Abend der fesselt, berührt und unter die Haut geht.

Herzlichst
Jenny Pippal-Kralik

Karl Miziolek    2009-12-01 14:16:58
Sehr geehrte Damen und Herren.
Alles Gute für seinen weiteren Lebensweg wünsche ich Herrn Dr. Gerald Szyszkowitz und vielen Dank für die schönen Aufführungen, es war immer eine Freude sie zu besuchen.
Auch der neuen Direktorin Frau Mag. Michaela Ehrenstein, alles Gute für die zukünftige Arbeit an der Freien Bühne Wieden!!
Erwas bedauerlich finde ich, dass so ein doch einschneidendes Ereignis so nebenbei in einem Programmfolder erwähnt wird.
Ich denke beide Personen hätten sich mehr Beachtung verdient.
Vielleicht sehen es aber die Akteure anders als ihr Publikum.
Mit freundlichen Grüßen,
Karl Miziolek

Manfred Feller    2009-11-02 21:56:45
Ich möchte mich für die gelungene Umsetzung von "Haydn und die Frauen", dessen Stoff für die Darstellung auf der Bühne sicher kein leichter ist, bei der Regie, bei den Darstellern, allen voran Felix Kurmayer,bei der Pianistin und beim Theater Freie Bühne Wieden bedanken.
Wir hatten dadurch einen interessanten und zugleich unterhaltsamen Abend.
Ich hoffe, daß dieses stilvolle Theater trotz seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten weiterhin ein Glanzpunkt in der Kleinbühnenszene Wien's bleiben wird !

Eva-christina Binder    2009-11-02 14:44:03
Auf diesem Weg ein Dankeschön für einen wundervollen und unterhaltsamen Abend, an dem ich sowohl ein gefühlvoll interpretiertes Konzert als auch eine gelungene Theaterinszenierung in "Joseph Haydn und die Frauen" bewundern durfte. Der Abend war so kompakt inszeniert ( bis hin zu den sichtbaren Umbauten), daß die Zeit wie im Flug verging, und die Schauspieler vermochten es durch feinfühlige Führung der Regie, sensibles Spiel und gekonnte Überhöhung an richtiger Stelle einen Spannungsbogen zu erzeugen der sowohl berührte als auch den Zuseher durch die Handung zügig mittrug.

Weiterhin viel Erfolg
www.ecbinder.com

roman katoch    2009-11-02 14:26:41
eine sehr schöne produktion, vor allem hat mir die phansenweise uebertrieben dekadent-spielerische leichtigkeit von felix kurmayer gefallen! ----- schöne phantasiebilder bei den kussszenen die tonbandaufnahme beim lesen des briefes war tiefgreifend...sehr gefühlvoll

.....einige besucher in meiner reihe waren sprachlos gerade bei dieser szene.... die emotion, & die schicksale der einzelnen charaktäre die immer und wieder von der bühne bis auf die sogar letzten zuschauerreihen transportiert wurden waren kaum zu überbieten und es liegt nicht in meiner macht das gefühl in sätze zu kleiden....und das was man dabei empfindet wiederzugeben.

roman katoch

herbert lampert    2009-11-01 17:06:08
Haydn und die Frauen:
Ich war letzten Dienstag in der Vorstellung von dieser wirklich außergewöhnlichen Produktion. Außergewöhnlich deshalb, weil die Pianistin und die schauspielerische Leistung enorm war. Für mich war das halb Konzert, halb eine ungewöhnlich harmonische Theaterleistung.
Allen voran der gut besetzte Felix Kurmayer, der sich bei der Erfüllung dieser schwierigen Rolle offensichtlich nicht anstrengen musste und sehr beeindruckte. Frau Drechsel´s Gesang war imponierend und war alles andere als ein "kleine Stimme"! Eine Augenweide Frau Resinger, höchst professionell Frau Renhardt. Frau Ehrenstein hat offensichtlich eine gute Mischung aus traditioneller und fortschrittlicher Regie gefunden. Habe manches über Haydn erfahren, von dem ich bis dato nichts wusste. Ich komme gerne wieder. Herbert Lampert

Oskar Holl    2009-03-31 15:02:04
Matthias Manders Theaterstück "Ledergeld" gehört nach seiner dramaturgischen und gesellschaftlichen Funktion, so wird man sagen dürfen, in dieselbe Tradition wie "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhut und eine Reihe von Bühnenstücken Jean-Paul Sartres aus den späten 1940er und 1950er Jahren: Sie sind nicht in erster Linie schöne Literatur, sondern sind "Thesen-Stücke", wollen in ihre eigene Zeit, in ihre Gesellschaft, hineinwirken, anders als ein noch so flammend geschriebener Essay und ebenfalls anders als ein still publizierter Roman - An Manders Beispiel sieht man, wie richtig diese Entscheidung war; der Roman mit der sehr ausführlich, sehr anschaulich beschriebenen Geschichte lag seit Jahren schon da.

Die wahre Geschichte, Name und Schicksal des realen österreichischen Industriebetriebes, der das Vorbild lieferte zu jenen "Tabor-Werken" des Schauspiels, sind wohl jedem interessierten Österreicher bekannt. Viel weniger schon die realen Vorbilder jener Agenten des Untergangs, dieser Dr. Icht, diese Frau Dr. Eigner und all die (W)Ichte, die hinter ihnen stehen...

Auch hier soll nicht zu einer Namens-Aufspürung aufgerufen werden, die ja lediglich eine Hexenjagd auslösen würde. Denn nach rechtlichen Gesichtspunkten - und das heißt ja immer nur: nach den geltenden Gesetzen (also nicht: nach übergeordneter Gerechtigkeit) - kann keinem der Beteiligten ein Vorwurf gemacht werden. Staat und Gemeinwesen sind hier mit sich denn auch höchst zufrieden. Das heißt aber nicht, dass sie alle, und darüber hinaus noch einige andere, Menschen sowohl wie auch Grundsätze unseres Zusammenlebens, nicht versagt hätten. Hier liegt das größte Verdienst von Matthias Mander: Er zeigt dies gewissermaßen nebenbei, obwohl es doch das allerwichtigste Thema ist.

Zwei Fragen drängen sich hier in den Vordergrund, die nach den Werten und die nach der Verantwortung.

Zum Stichwort Verantwortung wäre zu allererst zu fragen, ob das Aktiengesetz und die gesetzlichen Bestimmungen über die anderen Kapitalgesellschaften ausreichen. Was Aktiengesellschaften betrifft, so wirft bereits der französische Fachausdruck für diese Gesellschaftsform, "Société Anonyme", ein ebenso erhellendes wie dekuvrierendes Schlaglicht. Aktionäre sind eben anonym. Sie, und mit ihnen das gesamte an den Börsen der Welt umgeschaufelte Geld, können sich in ihrer Anonymität wegducken. Niemals werden sie persönlich für ihre Handlungen und Nicht-Handlungen einstehen müssen, im Gegenteil, jeder, der auch nur ansatzweise so etwas von ihnen verlangte, steht als Dummkopf und heilloser Phantast da. Dafür müsste es Moral geben, und wenn es um die gehen sollte, hört man sofort den maulenden Satz "Was kann ich mir dafür kaufen?"

So haben sich die Väter des heutigen weltumspannenden ("globalisierten") Kapitalismus, allen voran Adam Smith, das Walten der unsichtbaren Hand jedoch keineswegs vorgestellt. Für den frommen schottischen Protestanten des 18. Jahrhunderts war es ebenso selbstverständlich wie für die holländischen und hanseatischen "redlichen Kaufleute" ihrer eigenen und der Folgezeit, dass ihr kaufmännisches Handeln auch Bestand haben müsse vor der Mit- und Nachwelt. Sie hatten einen Ruf zu verlieren. Und: sie waren in ihrer überschaubaren Welt alles andere als anonym.

Die Werte, die da auf dem Spiel standen, die zwar mit Geld nicht abzulösen waren, von denen man sich aber sehr wohl "etwas kaufen konnte", waren Verlässlichkeit, Nachhaltigkeit, Respekt vor menschlicher Arbeit und der daraus erwachsenden Leistung, es waren lebenszugewandte Entscheidungen und nicht Maximen von Abwrackern. Welcher kapitalistisch inspirierte Wirtschaftswissenschaftler hat schon einmal das Hauptwerk des Psychologen Erich Fromm "Die Natur der menschlichen Destruktivität" auf das Verhalten von Wirtschaftslenkern hin gelesen? Es würde sich lohnen. – Ein der mich am meisten bewegenden Sätze im "Ledergeld" ist der Hinweis auf die Milliarden Arbeitsstunden, die seit der Mitte des 19. Jh. in den Tabor-Werken geleistet worden sind. Das sind nicht nur Arbeits-, das sind Menschen-Stunden, Lebens-Stunden.

Rendite aus Arbeit versus Bodenrendite: Die großartige (?) Entdeckung, zentral gelegene Industrie "abzusiedeln", weil der Grundstückwert dort höher ist als der aus welch angestrengter Arbeit auch immer erzielbare Ertrag, ist in so gut wie allen Metropolen am Werk. Und ist, wenn sie Erfolg hat, immer auch eine Bankrotterklärung der jeweiligen Gesamtgesellschaft, die so etwas (über Stadtplanung, Bodenordnung, Flächenwidmung u. dgl.) zulässt. Wie dann die Städte am Ende aussehen, wissen wir inzwischen. Übrigens: Auch das Gelände der "Tabor-Werke", d.h. der realen einstigen Firma, liegt bis heute brach...

Ein Lob dem Ensemble, das diese schwierige und auch nicht immer geschmeidig darzustellende Materie so engagiert ausdrückt, ja verkörpert.

Und schon mehr als seltsam ist das offenbar peinliche Schweigen der Meinungsmacher wie z.B. der Creme des österreichischen Zeitungsfeuilletons, der meisten Blätter des sog. Qualitätsjournalismus, das diese Wiener Premiere anscheinend systematisch ignoriert. Ignorieren ist manchmal schon verdächtig nahe an Ignoranz.

Dr. Karl Dieter Zessin    2009-03-31 11:18:57
Gewiß haben Sie, verehrter Meister Mander, die Aktualität dem Inhalt nach voll getroffen: Das Abfließen goldener fortzeugender Güter in ledernes, bloß herumrennendes Geld ( die literarische Erinnerung geht an Faust II Verse 6055 ff!!) Was aber mehr wiegt, ist für mich, dass Sie dafür die richtige, angemessene, wahre Form gefunden haben: Durchsichtig kommt das Thema ( Wirtschaftkriminalität ) heraus, springt drastisch über die Rampe, endet deutlich beim hörenden und schauenden Verständnis. Schnell wickelt sich Spule um Spule der Faktenfaden ab, schnell so schnell, dass der Doderische Fatologe unentschieden läßt, ob der Ichling Icht ein tragischer Schurke oder ein komischer Schlingel sei. Dermaßen regiert die Form mit Tempo, Schwung und Rhytmus.
Jetzt habe ich aus einer längeren Betrachtung im Voraus zitiert, die diesen Rahmen hier sprengen würde.

Dr. Leopold Stieger    2009-03-30 09:36:11
"Ledergeld" oder "Der zerreißbare Schuldschein" (von Matthias Mander)ist ein Meisterwerk, um zeitgenössische Fehlentwicklungen durch eine literarische Bearbeitung allen Zusehern tief unter die Haut zu bringen. Klarer kann man es sich nicht vorstellen - und sollte zur Pflichtveranstaltung aller, die an der heutigen Situation mitgewirkt haben, gemacht werden. Ich wünsche dem Autor und den Schauspielern, dass sie zu vielen Firmenevents geladen werden - denn besser kann man Corporate Governance und CSR nicht begründen. Es gehört nach dieser Aufführungsserie wieder in das Programm der Freien Bühne Wieden.

 
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