Joseph Roth wirklich

10.10.2011


"Böse, besoffen aber gescheit!"

Eine Hommage auf der Bühne von DAVID CZIFER und MAX MAYERHOFER in der Regie von GEORG BIRON.

Joseph Roth, geboren am 2. September 1894 in Brody bei Lemberg, gestorben am 27. Mai 1939 in Paris ist einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des 20. Jh., „dessen reine, einfache Aussagesätze nur Gegenstücke bei Kafka und in der Bibel finden." (Friedrich Torberg)


„Es kommt nicht darauf an, zu dichten. Das Wichtigste ist das Beobachtete", schrieb Roth über seinen Heimkehrer-Roman „Die Flucht ohne Ende". Der Dichter sah die Welt immer anders als die anderen. Sehr oft waren seine Reportagen radikale innere Monologe. Was nicht in sein Konzept passte, sah er nicht. Wie Roth eine Geschichte für eine Zeitung in einem Café in Paris recherchierte, schilderte ein polnischer Journalist: „Ohne zu wissen, dass er sich hier aufhielt, begegnete ich ihm zum ersten Mal nach langen Jahren. Er saß auf einer Caféterrasse, zart und schmächtig, hatte die ewige Zigarette im Mund, und schaute sich in der Welt um..."


„Joseph Roth wirklich: Böse, besoffen aber gescheit" ist eine ebenso spannende wie unterhaltsame Collage aus Texten des österreichischen Dichters Joseph Roth, vorgetragen von den beiden Schauspielern David Czifer und Max Mayerhofer, die den brillanten Dichter dem Publikum näher bringen und es in eine längst vergessene Welt führen. Die Authentizität der Texte macht Roth zu einem Chronisten von k.u.k.-Monarchie und Zwischenkriegszeit. In einer Folge von Dialogen, Monologen und Spielszenen unter der Regie von Georg Biron entsteht auf der Bühne das liebevolle Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers und Menschen.


„Ich komme mit der Welt nicht zu Rande. Ich verlange zu viel, von mir literarisch, von den anderen menschlich. Ich verstehe nicht, wie soviel Böses im allgemeinen geschieht, und dass dies möglich ist, macht mir die einzelnen verdächtig. Ich wittere Unrat und Verrat. Ich kenne, glaube ich, die Welt nur, wenn ich schreibe, und wenn ich die Feder weglege, bin ich verloren ..."


DAVID CZIFER

Unterricht bei Tanja Golden. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften an der Universität Wien.

Theater und Lesungen: Stadttheater Walfischgasse, Freie Bühne Wieden, Theater Center Forum Wien, Theater Spielraum, Stadttheater Wels, Schaubühne Wien, Shakespearefestspiele Mödling, Komödienspiele Mödling.


MAX MAYERHOFER

Schauspieler. Ausbildung am Wiener Gustav-Mahler-Konservatorium.

Theater und Lesungen: Theater in der Josefstadt, Odeon, Volkstheater, Scala Wien, Metropol, Ensembletheater, Wiener Festwochen, Theater Center Forum Wien, Komödie am Kai, Stadttheater Mödling, Kasemattenbühne Graz.


GEORG BIRON

'Schriftsteller und Regisseur.

Theaterregie: „Tote Indianer. Gute Indianer", „Blind Guys", „Liebe, Lust und Leidenschaft", „Der Weibsteufel", „The Janis Joplin Story", „Planet Schwab", „Die Lachparade", „Ich brauch kein Kokain", „Rebellen im Internet", „Qualtinger lebt!", „Silvester oder: Das Massaker im Hotel Sacher".