Das Wiener Werkel war das einzige Wiener Kabarett während der NS-Zeit.
Gegründet und geleitet wurde es von Adolf Müller-Reitzner, der im ehemaligen Moulin Rouge eine Spielstätte fand.

Nach seinem Tod (1942) führte dessen Frau, die Chansonette Christl Räntz, das Kabarett mit viel Fingerspitzengefühl weiter. Die insgesamt 10 Programme waren Publikumserfolge, weil es trotz der Vorschriften des Reichspropagandaministeriums gelang, am NS-Regime Kritik zu üben. Viele Texte stammten von dem Autor Rudolf Weys, den Gerald Szyszkowitz gut gekannt hat.

In Erinnerung an ihn und sein mutiges Team hat Gerald Szyszkowitz die Komödie „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn oder Szenen und Chansons aus dem Wiener Werkel" geschrieben, in dem kritische Chansons der Zeit zu hören sind. Der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels hat in seinem Tagebuch anläßlich eines Wien-Besuches ausführlich über seine Auseinandersetzung mit den Cabaret-Leuten berichtet.
1944 wurde das Wiener Werkel im Zuge der generellen Theatersperre geschlossen.

Es spielen Michaela Ehrenstein (Christl Räntz), Kerstin Raunig/Anke Zisak (Rosl Dorena), Martin Gesslbauer (Goebbels), Wilhelm Seledec (Schödl) und Johannes Terne (Rudolf Weys).
Musik: Béla Fischer

Regie: Gerald Szyszkowitz

 

Kultur & Wein - Kritik