Geschichte

Die Komödiantentruppe der Brüder Keeß spielte 1776 im 'Freihaus' des Fürsten Starhemberg auf der Wieden Theater. In einer Bretterbude. Erst im März 1787 durfte Christian Roßbach eine ge­mauerte, mit Ziegeln gedeckte 'Schaubühne im Freihaus' errichten. Diese 'Schaubühne' auf der Wieden war - nach der in der Leopoldstadt - die Zweitälteste Wiener Vorstadtbühne.

 

Als Roßbachs Nachfolger Johann Friedel 1789 starb, übernahm Friedeis Geliebte Eleonore Schikaneder das Theater. Noch im selben Jahr wurde ihr Ehemann Emanuel Schikaneder Direktor. Er sang und spielte zwölf Jahre lang in seinem Theater unzählige Rollen, schrieb selbst 99 Theaterstücke, darunter das Libretto für die 'Zauberflöte' von Wolfgang Amadeus Mozart, die als Höhepunkt seiner Direktion am 30. Sep­tember 1791 in seinem Von Leopold dem Zwei­ten privilegierten kaiserlich königlichen Theater auf der Wieden' uraufgeführt wurde.

 

Ab dem 12. Juni 1801 spielte Schikaneder dann allerdings nicht mehr in diesem ersten Theater auf der Wieden', sondern in seinem neuen Theater an der Wien'. Das Theater auf der Wie­den im Starhembergschen Freihaus' ließ er ab­reißen.

Das Haus Wiedner Hauptstraße 60 b, in dem heute die Freie Bühne Wieden ihre Uraufführun­gen präsentiert, ist im Mittelalter ein Kloster gewesen. Im Garten sieht man noch den Chor der Kirche. Zur Zeit von Joseph dem Zweiten wurde allerdings aus dem Kloster die verrufens­te Wiener "Spielhölle", aus der so viele Gäste 'total abbrennt' herausgekommen sind, dass das Haus im Wiedner Volksmund 'das abbrenn­te Haus' heißt. Im neunzehnten Jahrhundert hieß das Gebäude auch 'Villa Wiesenthal'.

 

Die 'Freie Bühne Wieden' wurde in diesem mittelalterlichen Klosterbau mit der barocken Gartenfassade von der Schauspielerin Topsy Küppers 1976 in demselben Raum eröffnet, in dem schon der junge Bruno Kreisky in einem altgriechischen Chor aufgetreten ist. Er ist im Haus Rainergasse 29 aufgewachsen, und in den Zwanzigerjahren war in der Wiedner Hauptstra­ße 60 b das Heim der Sozialistischen Arbeiter­jugend, 'Ich bin dort allerdings immer', schreibt er in seinen Memoiren, 'in einem blauen Gabar­dineanzug mit passender Krawatte aufgekreuzt, weil ich meiner Mutter vorgaukeln musste, ich ginge zur Tanzschule Elmayer.'

 

Topsy Küppers feierte gleich mit dem Eröffnungsstück 'Heute Abend Lola Blau' von Georg Kreisler in ihrem neuen Theater einen großen Erfolg. Sie leitete das Privattheater dann fünfundzwanzig Jahre und holte immer wieder auch die bekanntesten Persönlichkeiten der großen Theaterwelt auf die kleine Bühne, von Christiane Hörbiger mit 'Die Welt von gestern' nach Stefan Zweig bis Schmuel Rodensky mit 'D'klejne Menschelach'.

 

Am Silvesterabend 2000 hat sie ihre Bühne dem Autor und Regisseur Gerald Szyszkowitz übergeben, von dem sie bereits zwei Stücke uraufgeführt hatte. Er stellte sich die Aufgabe, die Freie Bühne Wieden als Uraufführungsbühne zu  führen. 


In der Silvesternacht 2009/10 übergab Gerald Szyszkowitz die Direktion an die Schauspielerin Michaela Ehrenstein, die seit Beginn seiner Direktion an der Freien Bühne gespielt und später auch inszeniert hatte. In ihrer Direktionszeit gelangten bisher neben einem eigenem Stück Uraufführungen von René Freund, Elfriede Hammerl, Matthias Mander, Wilhelm Pellert, Dorothea Renckhoff, Herbert Rosendorfer, Theodor Schübel, Magdalena Severin, Gerald Szyszkowitz, Stefan Vögel und Susanne F. Wolf zur Uraufführung.

 

In den Uraufführungen der Direktion Szyszkowitz spielten von 2001 bis 2009:

Elisabeth Augustin, Ingeborg Bauböck, Miriam Bauerstatter, Ingrid Beil, Nina Blum, Irene Budischowsky, Imke Büchel, Michaela Ehrenstein, Ulli Fessl, Sandra Högl, Mimi Kilinger, Anita Kolbert, Emma Kollek, Astrid Lamprecht, Edith Leyrer, Monika Mestel, Rita Nikodim, Julia Resinger, Susi Reiter, Christine Renhardt, Maria Schuchter, Lilli Schwabe, Manuela Seidl, Franziska Severin, Katja Staud, Carla Szyszkowitz, Christiane Szyszkowitz, Johanna Thimig, Lydia Veigl, Alexandra Waldboth, Katharina Wressnig

Alfred Beil, Peter Beil, Alexander Buczolich, Randolf Destaller, Michael Duregger, Mischa Fernbach, John Fricke, Michael Gert, Christian Ghera, Klaus Haberl, Matthias Hacker, Johannes Kaiser, Bernhard Karner, Hermann Kogler, Felix Kurmayer, Fabian Lang, Stefan Lindemann, Rene Magul, Herbert Marx, Ernst Christian Mathon, Rudolf Melichar, Stefan Moser, Michael Neher, Alfons Noventa, Stefan Ortis, Stephan Paryla-Raky, Josef Pechhacker, Robert Rigler, Robert Ritter, Ronald Rudoll, Gerhard Rühmkorf, Ralph Saml, Walter Scheuer, Reinfried Schieszler, Wilhelm Seledec, Clemens Severin, Manfred Stadlmann, Flo Staffelmayr, Rainer Stelzig, Marcus Strahl, Paul Szyszkowitz, Peter Uray, Dieter Witting, Johannes Wolf

 

Musiker:

Thomas Bartosch, Peter Bauer, Peter Chielli, Gertrud Ebhart, Hans Ebhart, Hartwig Eitler, Karol Hodas, Peter Hofmann, Olga Maria Klos, Viktoria Kowarz, Keiko Kuwahara, Judith Lang, Franz Josef Langer, Wei Ya Lin, Armin Luttenberger, Franz Luttenberger, Peter Parth, Britta Philipp, Christoph Rois, Ulrike Schmid, Angela Selucky, Andi Sobzyk, Gerhard Stächelin, Claus Peter Steppi, Walter Strohmayer, Peter Strutzenberger, Herbert Swoboda, Manuel Gregor Urban, Konstantin Weitz, Alfons Würzl

 

In Sonderproduktionen traten auf:

Annemarie Düringer, Gertrude Klett, Topsy Küppers, Lotte Ledl, Louise Martini, Trude Marzik, Rosl Merdinger, Marianne Nentwich, Anna Peches, Adelheid Picha, Birgit Schraffl, Brigitte Sinhuber-Harenberg, Hildegard Slezak, Hedwig Dorothea Thimig, Johanna Thimig, Gudula Walterskirchen, Ingrid Wendl, Gusti Wolf, Hilde Zadek,

Valerij Aivazjan, Erich Auer, Beppo Beyerl, Hans Buchwald, Chaim Eisenberg, Wolfgang Georg Fischer, Konrad Frey, Wolfgang Greisenegger, Dietmar Grieser, Roman Grinberg, Jiri Grusa, Miguel Herz-Kestranek, Rafael Hilpert, Gennadi Kagan, Walter Koschatzky, Norbert Leser, Peter Marginter, Peter Matic, Horst Friedrich Mayer, Muckenstrunz und Bamschabl, Volkmar Parschalk, Helmut Pechlaner, Gerhart Rindauer, Arthur Rosenauer, Andrei Roth, Michael Schusser, Heinrich Schweiger, Yaacov Shapiro, Kurt Sobotka, Israel Treistmann, Peter Uray, Gerhard Vogl, Gadi Yagil, Heinz Zuber