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NEUE DIREKTION

 

 

Freie B�hne Wieden

Kontinuit�t in der Ver�nderung
Michaela Ehrenstein. Die Schauspielerin und Regisseurin wird die neue Chefin der Freien B�hne Wieden und plant Kurs�nderungen.
Die Freie B�hne Wieden hat die Athmosph�re eines Wohnzimmers. Man f�hlt sich zu Hause - ist aber doch nicht in den eigenen vier W�nden." Seit bald zehn Jahren arbeitet Michaela Ehrenstein in dem von Topsy K�ppers aufgebauten, sp�ter von Gerald Szyszkowitz �bernommenen und als Urauff�hrungsb�hne etablierten Theater. Zuerst als Schauspielerin, sp�ter auch als Regisseurin - und jetzt bald als Direktorin. Zum Jahreswechsel wird der Prinzipal ihr feierlich die Leitung der B�hne �bertragen. Ob Szyszkowitz sich aus Altersgr�nden zur�ckziehe? �Das sagt er jedenfalls!", meint Michaela Ehrenstein. �Ich sehe das ja nicht so. Aber ich verstehe, dass er Zeit haben will f�r andere Dinge."
Immer autonomer. Michaela Ehrenstein, die am Konservatorium der Stadt Wien und nebenbei an der Uni Wien Sprachen studierte, hat das Handwerk von der Pike auf gelernt. Jahrelang spielte sie in St. Polten, bis zu acht gr��ere und mittlere Rollen pro Jahr. Sp�ter kamen eigene Regien hinzu. Seit

2004 ist Michaela Ehrenstein Intendantin der Sommerspiele Schloss Sitzenberg - und dass sie ihre Masterarbeit im Lehrgang Kulturmanagement �ber die Freie B�hne Wieden verfasst hat, d�rfte den Vorstand ebenfalls �berzeugt haben: �In meinem Leben hat sich immer eines aus dem anderen ergeben. Ich bin immer autonomer geworden." Kontinuit�t. Michaela Ehrenstein steht f�r Kontinuit�t. Sie kennt ihr Publikum, das offen sei und sich gerne auseinandersetzt, aber keinen Trash mag. Sie kennt ihre Schauspieler, die alle gerne immer wieder da spielen, �jedenfalls habe ich noch nie einen Schauspieler erlebt, der gesagt h�tte: Die Freie B�hne Wieden, das brauch i nimmer!" Sie liebt die Atmosph�re des Hauses. Und dass es sich bei der ersten Produktion unter ihrer Leitung um eine Urauff�hrung von Gerald Szyszkowitz' j�ngstem St�ck Tolstoi und Valerie handelt, ist ebenfalls Programm: �Ich hoffe, dass er auch weiterhin f�r uns schreibt und inszeniert." Auch die Zusammenarbeit mit anderen Hausautoren wird fortgesetzt:

Im M�rz inszeniert Ehrenstein etwa die Urauff�hrung von Matthias Manders Der Freispruch - ein St�ck �ber Anlegerbetrug, der sich als Krise der Justiz entpuppt.
Bei aller Kontinuit�t m�chte Ehrenstein einiges anders machen. Sie m�chte den musikalischen Anteil an den Produktionen erh�hen, vielleicht den einen oder anderen literarisch-musikalischen Abend oder ein Kammermusical initiieren.
Emanzipation. Von der Pflicht, ausschlie�lich Urauff�hrungen zu stemmen -auch nicht Bedingung f�r die Standortf�rderung �, wird sie sich befreien. Ab April steht etwa ein posthum aufgetauchtes, aber schon einmal gespieltes St�ck von Lina Loos auf dem Spielplan: Wie man wird, was man ist handelt von einer jungen Frau, die sich langsam von ihrem �lteren und erfahreneren Ehemann emanzipiert: ein unschwer zu entschl�sselndes autobiografisches Drama. �Man erkennt die Figuren. Nicht nur Adolf Loos, sondern auch Egon Friedell und Franz Theodor Csokor." Regie f�hren wird Jenny Thost.
Auch das ist eine Neuerung: Im Gegensatz zu Gerald Szyszkowitz wird Ehrenstein hin und wieder Regisseure von au�en holen. Auch, weil sie neben eigenen Inszenierungen und ihrer Verantwortung als Intendantin, weiter selber spielen will. �Ich lerne viel von den Figuren. Manchmal spielt man ein St�ck
und hat das Gef�hl: Das kann kein Zufall sein, dass mir diese Figur gerade jetzt begegnet. Sie setzt sich mit dem Thema, das mich besch�ftigt, auf einem viel tieferen oder auch h�heren Niveau auseinander, als ich das k�nnte. Das bereichert."
Bettina Steiner

 

 
 
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