„No – hätten Sie mich sehen sollen...!“

Ein Abend für Fritz Grünbaum mit Roland Knie

Schauspiel von Fritz Grünbaum
mit Roland Knie

Besetzung

Roland Knie

Zum Stück

Fritz Grünbaum, 1880 in Brünn geboren, war eine einmalige Erscheinung auf den Kabarettbühnen des ganzen deutschen Sprachraumes – in jeglicher Hinsicht: Die Conférencen, mit denen er im Herbst 1906 – er hatte zuvor ein Jusstudium absolviert – im Kabarett „Hölle“ (im Souterrain des Theaters an der Wien) debutierte, waren von Anfang an feuilletonistische Kunstwerke, in deren vertrackte Verse Grünbaum Bosheiten aller Art, aber durchaus auch Zeitsatire zu verpacken wußte.

Das war neu. – Neu war auch, wie er das brachte: Als schmächtiges kleines Männchen (Grünbaum war nur knapp 1 Meter 57 groß) scheinbar verloren auf der Bühne stehend, weit ausholend ein Thema umkreisend und es schließlich mit philosophischer Weisheit aufladend. Ja, und neu war auch, daß Fritz Grünbaum es seinem eigenen Publikum zuweilen gehörig „hineinsagte“: Er darf mit Recht als Erfinder der Publikumsbeschimpfung gelten. Von der „Hölle“ weg engagierte man ihn sofort nach Berlin ins „Chat Noir“, und erst zu Kriegsbeginn 1914 trat er erstmals wieder in Wien, im „Biercabaret Simplicissimus“, also dem „Simpl“, auf, der seine erste Glanzzeit mit Grünbaum und dem dreizehn Jahre jüngeren Karl Farkas erlebte.

Grünbaum war auch Filmkomiker, Theaterdirektor, Schlagertexter, Operettenlibrettist, Revueautor – vor allem aber einer, der sich, conférierend, Gedanken machte, der sich inmitten all des wichtigtuerischen Trubels jener Zwanziger- und Dreißigerjahre den Ruf eines „leisen Weisen“ zu erwerben und zu bewahren wußte: In diesem brünnerisch-jüdisch-wienerischen Tonfall, der gleichsam sein Markenzeichen war.

Roland Knie, selbst Kabarettautor, Schauspieler und Verfasser kabaretthistorischer Literatur, zeichnet an diesem Abend das nur sechzig Jahre währende Leben des Fritz Grünbaum nach – erzählend, vor allem aber aus Grünbaum-Texten zitierend, bis zur finalen Katastrophe: Die Nationalsozialisten verschleppten Grünbaum ins KZ, wo er vor einundachtzig Jahren elend zu Grunde ging.

Spieltermine

Premiere: 25. November 2021

Mai 2022

23.Mo. um 19.30 Uhr

„No – hätten Sie mich sehen sollen...!“

Tickets

MedienFotos: FBW