| Doris Neger |
2010-05-01 13:47:28 |
Freitag, 30. April 2010, Freie Bühne Wieden: WIE MAN WIRD, WAS MAN IST, LINA LOOS: Nach meinem (letzten?) knapp 12-Monate-Unternehmenssanierungs-Dauerei nsatz finde ich mich nach vorheriger Prüfung des Schaufensters "zufällig" zur Erholung im Theater ein.
Und erlebe einen starken, bewegten Abend, nicht nur für mich, wie ich feststellen darf. Es breitet sich der Wunsch nach MEHR aus.
Satz-Sequenz to remember: Ich will vom LEBEN geformt werden ...
MERCI BEAUCOUP an eine überzeugende Frau Ehrenstein & das Ensemble, Doris Neger |
| Dr. Leopold Stieger |
2010-04-22 20:21:11 |
| "Freispruch" ist beinharte Realität, wie im Vorjahr "Ledergeld" packend und realistisch zugleich. Kennt man Mathias Mander nicht und erlebt dieses Stück, dann denkt man sich vielleicht: der Schriftsteller hat eine gute Phantasie, denn nicht jeder könnte eine solche Geschichte erfinden. Aber dass das alles auch noch wahr ist, das schnürt dem Zuschauer die Kehle zu. Als Ergebnis langer Recherchen hat sich das wirklich so abgespielt und sind wirklich so viele Leute um ihr Geld und ihre Zukunft umgefallen - dafür gab es Freispruch. Was muss wohl in diesem Land passieren, dass kein zweiter ähnlicher Freispruch erfolgt? Die Betroffenheit des Zuschauers allein genügt da noch nicht. Nochmals mein Vorschlag: bei einer CSR-Veranstaltung würde sich dieses Stück besser eignen als Versprechnungen des Top-Managements. Und den Schauspielern ein grosses Lob: sie haben ihre Rollen gelebt, haben gelitten und genossen, je nachdem. |
| Gerhard Seicht |
2010-04-12 16:44:59 |
"Freispruch"
Matthias Mander hat wieder ein spannendes Theaterstück geschrieben, dessen Handlung glaubhaft aktuell und wirklichkeitsnah erscheint, auch wenn sich der Hinweis findet, dass das Stück frei erfunden sei ...
"Recht" und "Gerechtigkeit" bzw. "Recht haben" und "Recht bekommen" müssen nicht immer deckungsgleichen Inhalts sein und nicht immer tritt in der Realität im letzten Moment ein Deus ex machina in die Szene, der der gerechten Sache doch noch zum Sieg verhilft.
Dem Autor, den Schauspielern und der Regie gebührt ein herzliches Dankeschön für dieses lehrreiche Stück bzw. für die gezeigten Leistungen!
Als ein von den Darbietungen der hochsubventionierten Staatsbühnen oft abgestoßener Theaterbesucher wünsche ich mir noch zahlreiche Theaterstücke aus der Feder Matthias Manders und deren werkgetreue Aufführung in der Gediegenheit der Freien Bühne Wieden!
Gerhard Seicht |
| Oskar Holl |
2010-03-29 14:22:46 |
Matthias Manders "Freispruch" ist im Vergleich zur vorjährigen Produktion von "Ledergeld" noch präziser, noch bühnenwirksamer in zweifacher Hinsicht. Einmal überzeugt der Plot, und zweitens bietet das Stück hervorragende, plastische Rollen für die Schauspieler. Dass diese sie gekonnt und mit Einfühlung, dazu auch mit einer guten Dosis Spielfreude, aufgreifen und umsetzen, und außerdem noch - nimmt man die geschickt eingesetzten Chansons, die nicht im Text stehen - viel kreative Phantasie dazutun, spricht für die Qualität von Ensemble und Theater.
In einem Zeitalter des hemmungslosen Regietheaters, in dem selbst Shakespeare-Stücke zu solipsistisch aufgemotzten Revuen werden, hinter denen keiner mehr Shakespeare vermutet, tut diese Art von Dokumentar-Theater not - und gut. Sie wäre, nebenbei gesagt, eine der wenigen noch denkbaren Chancen im Wettlauf des Theaters gegen den Film und die Neuen Medien, den die Staats- und Repertoiretheater gerade mit ihrer Anbiederung an das Filmische ganz offensichtlich schon verloren haben. Und es ist mehr als eine ironisch-historische Pointe, dass das erste Stück mit der Bezeichnung "Dokumentartheater" oder Dokudrama zunächst ein Fernsehspiel war, nämlich Heinar Kipphardts Stück "In der Sache J. Robert Oppenheimer" von 1964.
Dem Leben ins Gesicht schauen: Das Ehepaar Weinert aus dem "Freispruch", das seine Ersparnisse diesem noblen Gauner anvertraut hat, tut das. Die Weinerts sind heutzutage keine isolierten querulatorischen Sonderlinge mehr, sondern, leider, leider, ein durchgängiger Typus: Jenseits der österreichischen Grenzen, in dem Deutschland der Nachwende-Zeit etwa, gibt es bis heute Zehntausende von Bundesbürgern, die, übertölpelt von vermeintlich hochseriösen Banken (westdeutschen Banken!), ihre Ersparnisse und ihre Altersversorgung nach 1990 in Immobilien in der ehemaligen DDR gesteckt haben. Heute heißen diese Immobilien nur noch Schrott-Immobilien, und die Sparer von damals müssen noch laufend Betriebskosten und Unterhalt der leerstehenden Realitäten bezahlen, wenn sie nicht noch den Rest ihres Vermögens verlieren wollen.
Manders "Freispruch" weist auf einen blinden Fleck der Justiz hin, der anscheinend nicht nur einer in der österreichischen Justiz ist. So streng die Paragraphen der Strafgesetze, die in Mitteleuropa ja alle vom Ende des 19. oder Beginn des 20. Jahrhunderts stammen, im Ahnden der physischen Ent-Eignung, sprich: Diebstahl vom "kleinen" Ladendiebstahl bis zum Wegnehmen von Geld unter mehr oder weniger gewalttätigen Umständen, ist, so sperrig, ja zögerlich verhält sich die Rechtspflege mit den mehr "unsichtbaren" Eigentumsvergehen, mit dem virtuellen Betrug, mit der bargeldlosem unautorisierten Umverteilung von Volksvermögen. Und das ist ja heute das viel wichtigere Schadensgebiet.
Man mag manchen Versuch daran hängen, sich zu erklären, wie die das Rechtsempfinden unserer Gesellschaft prägenden Eliten zu einer solchen Haltung kommen bzw. gekommen sind - aber das würde hier zu weit führen.
Man kann aber auch zurückgehen zum "Freispruch", einem Stück, dem man gerne bescheinigt, dass es eine hochkomplexe, gesellschaftlich relevante Materie überschaubar und amüsant auf den Punkt bringt und einem halben Dutzend Personen auf den Leib schreibt. So sehr, dass es nicht nur Aufklärung ist, sondern auch kenntnisreiche Unterhaltung und wissender Witz in einem. Eben THEATER in mehrfachem Sinn.
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| Jenny Pippal-Kralik |
2010-03-11 12:30:24 |
Zunächst ein grosses Danke an die Freie Bühne Wieden für diese
Produktion.
Unter dem Titel "Eleonora Duse - ein literarisches Lebensbild"
verbirgt sich das packende Psychogramm einer überragenden Künstlerin.
Andrea Jonasson ist sicher eine ideale Interpretin dieser berühmten
italienischen Diva. Mit unverwechselbarer Stimme zeichnet sie ein
sensibles Porträt der Duse und verwöhnt das Publikum mit wunderbaren
Rollenbeispielen von Shakespeare bis Ibsen.
Ein Abend der fesselt, berührt und unter die Haut geht.
Herzlichst
Jenny Pippal-Kralik |
| Karl Miziolek |
2009-12-01 14:16:58 |
Sehr geehrte Damen und Herren.
Alles Gute für seinen weiteren Lebensweg wünsche ich Herrn Dr. Gerald Szyszkowitz und vielen Dank für die schönen Aufführungen, es war immer eine Freude sie zu besuchen.
Auch der neuen Direktorin Frau Mag. Michaela Ehrenstein, alles Gute für die zukünftige Arbeit an der Freien Bühne Wieden!!
Erwas bedauerlich finde ich, dass so ein doch einschneidendes Ereignis so nebenbei in einem Programmfolder erwähnt wird.
Ich denke beide Personen hätten sich mehr Beachtung verdient.
Vielleicht sehen es aber die Akteure anders als ihr Publikum.
Mit freundlichen Grüßen,
Karl Miziolek |
| Manfred Feller |
2009-11-02 21:56:45 |
Ich möchte mich für die gelungene Umsetzung von "Haydn und die Frauen", dessen Stoff für die Darstellung auf der Bühne sicher kein leichter ist, bei der Regie, bei den Darstellern, allen voran Felix Kurmayer,bei der Pianistin und beim Theater Freie Bühne Wieden bedanken.
Wir hatten dadurch einen interessanten und zugleich unterhaltsamen Abend.
Ich hoffe, daß dieses stilvolle Theater trotz seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten weiterhin ein Glanzpunkt in der Kleinbühnenszene Wien's bleiben wird ! |
| Eva-christina Binder |
2009-11-02 14:44:03 |
Auf diesem Weg ein Dankeschön für einen wundervollen und unterhaltsamen Abend, an dem ich sowohl ein gefühlvoll interpretiertes Konzert als auch eine gelungene Theaterinszenierung in "Joseph Haydn und die Frauen" bewundern durfte. Der Abend war so kompakt inszeniert ( bis hin zu den sichtbaren Umbauten), daß die Zeit wie im Flug verging, und die Schauspieler vermochten es durch feinfühlige Führung der Regie, sensibles Spiel und gekonnte Überhöhung an richtiger Stelle einen Spannungsbogen zu erzeugen der sowohl berührte als auch den Zuseher durch die Handung zügig mittrug.
Weiterhin viel Erfolg
www.ecbinder.com |
| roman katoch |
2009-11-02 14:26:41 |
eine sehr schöne produktion, vor allem hat mir die phansenweise uebertrieben dekadent-spielerische leichtigkeit von felix kurmayer gefallen! ----- schöne phantasiebilder bei den kussszenen die tonbandaufnahme beim lesen des briefes war tiefgreifend...sehr gefühlvoll
.....einige besucher in meiner reihe waren sprachlos gerade bei dieser szene.... die emotion, & die schicksale der einzelnen charaktäre die immer und wieder von der bühne bis auf die sogar letzten zuschauerreihen transportiert wurden waren kaum zu überbieten und es liegt nicht in meiner macht das gefühl in sätze zu kleiden....und das was man dabei empfindet wiederzugeben.
roman katoch |
| herbert lampert |
2009-11-01 17:06:08 |
Haydn und die Frauen:
Ich war letzten Dienstag in der Vorstellung von dieser wirklich außergewöhnlichen Produktion. Außergewöhnlich deshalb, weil die Pianistin und die schauspielerische Leistung enorm war. Für mich war das halb Konzert, halb eine ungewöhnlich harmonische Theaterleistung.
Allen voran der gut besetzte Felix Kurmayer, der sich bei der Erfüllung dieser schwierigen Rolle offensichtlich nicht anstrengen musste und sehr beeindruckte. Frau Drechsel´s Gesang war imponierend und war alles andere als ein "kleine Stimme"! Eine Augenweide Frau Resinger, höchst professionell Frau Renhardt. Frau Ehrenstein hat offensichtlich eine gute Mischung aus traditioneller und fortschrittlicher Regie gefunden. Habe manches über Haydn erfahren, von dem ich bis dato nichts wusste. Ich komme gerne wieder. Herbert Lampert |
| Oskar Holl |
2009-03-31 15:02:04 |
Matthias Manders Theaterstück "Ledergeld" gehört nach seiner dramaturgischen und gesellschaftlichen Funktion, so wird man sagen dürfen, in dieselbe Tradition wie "Der Stellvertreter" von Rolf Hochhut und eine Reihe von Bühnenstücken Jean-Paul Sartres aus den späten 1940er und 1950er Jahren: Sie sind nicht in erster Linie schöne Literatur, sondern sind "Thesen-Stücke", wollen in ihre eigene Zeit, in ihre Gesellschaft, hineinwirken, anders als ein noch so flammend geschriebener Essay und ebenfalls anders als ein still publizierter Roman - An Manders Beispiel sieht man, wie richtig diese Entscheidung war; der Roman mit der sehr ausführlich, sehr anschaulich beschriebenen Geschichte lag seit Jahren schon da.
Die wahre Geschichte, Name und Schicksal des realen österreichischen Industriebetriebes, der das Vorbild lieferte zu jenen "Tabor-Werken" des Schauspiels, sind wohl jedem interessierten Österreicher bekannt. Viel weniger schon die realen Vorbilder jener Agenten des Untergangs, dieser Dr. Icht, diese Frau Dr. Eigner und all die (W)Ichte, die hinter ihnen stehen...
Auch hier soll nicht zu einer Namens-Aufspürung aufgerufen werden, die ja lediglich eine Hexenjagd auslösen würde. Denn nach rechtlichen Gesichtspunkten - und das heißt ja immer nur: nach den geltenden Gesetzen (also nicht: nach übergeordneter Gerechtigkeit) - kann keinem der Beteiligten ein Vorwurf gemacht werden. Staat und Gemeinwesen sind hier mit sich denn auch höchst zufrieden. Das heißt aber nicht, dass sie alle, und darüber hinaus noch einige andere, Menschen sowohl wie auch Grundsätze unseres Zusammenlebens, nicht versagt hätten. Hier liegt das größte Verdienst von Matthias Mander: Er zeigt dies gewissermaßen nebenbei, obwohl es doch das allerwichtigste Thema ist.
Zwei Fragen drängen sich hier in den Vordergrund, die nach den Werten und die nach der Verantwortung.
Zum Stichwort Verantwortung wäre zu allererst zu fragen, ob das Aktiengesetz und die gesetzlichen Bestimmungen über die anderen Kapitalgesellschaften ausreichen. Was Aktiengesellschaften betrifft, so wirft bereits der französische Fachausdruck für diese Gesellschaftsform, "Société Anonyme", ein ebenso erhellendes wie dekuvrierendes Schlaglicht. Aktionäre sind eben anonym. Sie, und mit ihnen das gesamte an den Börsen der Welt umgeschaufelte Geld, können sich in ihrer Anonymität wegducken. Niemals werden sie persönlich für ihre Handlungen und Nicht-Handlungen einstehen müssen, im Gegenteil, jeder, der auch nur ansatzweise so etwas von ihnen verlangte, steht als Dummkopf und heilloser Phantast da. Dafür müsste es Moral geben, und wenn es um die gehen sollte, hört man sofort den maulenden Satz "Was kann ich mir dafür kaufen?"
So haben sich die Väter des heutigen weltumspannenden ("globalisierten") Kapitalismus, allen voran Adam Smith, das Walten der unsichtbaren Hand jedoch keineswegs vorgestellt. Für den frommen schottischen Protestanten des 18. Jahrhunderts war es ebenso selbstverständlich wie für die holländischen und hanseatischen "redlichen Kaufleute" ihrer eigenen und der Folgezeit, dass ihr kaufmännisches Handeln auch Bestand haben müsse vor der Mit- und Nachwelt. Sie hatten einen Ruf zu verlieren. Und: sie waren in ihrer überschaubaren Welt alles andere als anonym.
Die Werte, die da auf dem Spiel standen, die zwar mit Geld nicht abzulösen waren, von denen man sich aber sehr wohl "etwas kaufen konnte", waren Verlässlichkeit, Nachhaltigkeit, Respekt vor menschlicher Arbeit und der daraus erwachsenden Leistung, es waren lebenszugewandte Entscheidungen und nicht Maximen von Abwrackern. Welcher kapitalistisch inspirierte Wirtschaftswissenschaftler hat schon einmal das Hauptwerk des Psychologen Erich Fromm "Die Natur der menschlichen Destruktivität" auf das Verhalten von Wirtschaftslenkern hin gelesen? Es würde sich lohnen. – Ein der mich am meisten bewegenden Sätze im "Ledergeld" ist der Hinweis auf die Milliarden Arbeitsstunden, die seit der Mitte des 19. Jh. in den Tabor-Werken geleistet worden sind. Das sind nicht nur Arbeits-, das sind Menschen-Stunden, Lebens-Stunden.
Rendite aus Arbeit versus Bodenrendite: Die großartige (?) Entdeckung, zentral gelegene Industrie "abzusiedeln", weil der Grundstückwert dort höher ist als der aus welch angestrengter Arbeit auch immer erzielbare Ertrag, ist in so gut wie allen Metropolen am Werk. Und ist, wenn sie Erfolg hat, immer auch eine Bankrotterklärung der jeweiligen Gesamtgesellschaft, die so etwas (über Stadtplanung, Bodenordnung, Flächenwidmung u. dgl.) zulässt. Wie dann die Städte am Ende aussehen, wissen wir inzwischen. Übrigens: Auch das Gelände der "Tabor-Werke", d.h. der realen einstigen Firma, liegt bis heute brach...
Ein Lob dem Ensemble, das diese schwierige und auch nicht immer geschmeidig darzustellende Materie so engagiert ausdrückt, ja verkörpert.
Und schon mehr als seltsam ist das offenbar peinliche Schweigen der Meinungsmacher wie z.B. der Creme des österreichischen Zeitungsfeuilletons, der meisten Blätter des sog. Qualitätsjournalismus, das diese Wiener Premiere anscheinend systematisch ignoriert. Ignorieren ist manchmal schon verdächtig nahe an Ignoranz.
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| Dr. Karl Dieter Zessin |
2009-03-31 11:18:57 |
Gewiß haben Sie, verehrter Meister Mander, die Aktualität dem Inhalt nach voll getroffen: Das Abfließen goldener fortzeugender Güter in ledernes, bloß herumrennendes Geld ( die literarische Erinnerung geht an Faust II Verse 6055 ff!!) Was aber mehr wiegt, ist für mich, dass Sie dafür die richtige, angemessene, wahre Form gefunden haben: Durchsichtig kommt das Thema ( Wirtschaftkriminalität ) heraus, springt drastisch über die Rampe, endet deutlich beim hörenden und schauenden Verständnis. Schnell wickelt sich Spule um Spule der Faktenfaden ab, schnell so schnell, dass der Doderische Fatologe unentschieden läßt, ob der Ichling Icht ein tragischer Schurke oder ein komischer Schlingel sei. Dermaßen regiert die Form mit Tempo, Schwung und Rhytmus.
Jetzt habe ich aus einer längeren Betrachtung im Voraus zitiert, die diesen Rahmen hier sprengen würde. |
| Dr. Leopold Stieger |
2009-03-30 09:36:11 |
| "Ledergeld" oder "Der zerreißbare Schuldschein" (von Matthias Mander)ist ein Meisterwerk, um zeitgenössische Fehlentwicklungen durch eine literarische Bearbeitung allen Zusehern tief unter die Haut zu bringen. Klarer kann man es sich nicht vorstellen - und sollte zur Pflichtveranstaltung aller, die an der heutigen Situation mitgewirkt haben, gemacht werden. Ich wünsche dem Autor und den Schauspielern, dass sie zu vielen Firmenevents geladen werden - denn besser kann man Corporate Governance und CSR nicht begründen. Es gehört nach dieser Aufführungsserie wieder in das Programm der Freien Bühne Wieden. |
| Prof. Peter Fleissner |
2009-03-25 16:40:34 |
Gestern Abend hatten wir das Vergnügen, das Drama "Ledergeld" oder "Der unzerreissbare Schuldschein" von Matthias Mander zu erleben.
Aber das Lachen über die kleinen Späße, die sich durch das Werk ziehen, bleibt einem im Halse stecken, wenn im Kontrast dazu scherenschnittartig in chronologischer Reihenfolge die krisenschwangeren Zusammenhänge der heutigen Ökonomie enthüllt werden. Ein Industriebetrieb aus der Wiener Gründerzeit mit starken Wurzeln in der handwerklichen Idylle wird von einem Sanierungsgewinnler als Objekt der Begierde auserkoren - mit buchstäblich tödlichen Folgen. Die unterschiedlichen Positionen der beteiligten Menschen werden in den entsprechenden Rollenzuweisungen herausgearbeitet und in ihrer Subjektivität, aber auch mit den objektiven Auswirkungen ihrer jeweiligen Entscheidungen dargestellt: Der Unternehmer, das obere Management, die Sekretärin, der Betriebsrat, der Praktikant, die Karrierefrau, die Finanzheuschrecke. Ein Lehrstück der politischen Ökonomie der Gegenwart.
Dabei wirkt der beschrieben Fall des abgewickelten Unternehmens so authentisch, dass ich im Internet nach den Taborwerken suchte: Ich wurde fündig: allerdings nur auf der homepage der Freien Bühne Wieden. |
| Prof. Gerhard Seicht |
2009-03-25 15:16:52 |
"Ledergeld" oder "Der zerreißbare Schuldschein" (von Matthias Mander) ist ein packendes Theaterstück, das typisch gewordene Verhaltensweisen aus der modernen Industrie- und Bankenwelt thematisiert.
Der Habgier von Bankern und von "Sanierern", die sich zur Tarnung das Mäntelchen von "Sanierern" umhängen, in Wirklichkeit jedoch eiskalte Liquidierer sind, fallen traditionsreiche Industriebetriebe zum Opfer. Der Kapitalrentabilität, der Aktienkurspflege und der Bonisgeilheit von Managern werden skrupellos abertausende Arbeitsplätze und organisch gewachsene und bewährte Kombinationen von Produktionsfaktoren geopfert.
Die großen Gewinne werden heute nämlich nicht mehr in der Realwirtschaft durch Güterproduktion, sondern mit undurchschaubaren Transaktionen in einer virtuellen Finanzwirtschaft erzielt.
Hingabe ans Werk, Fleiß und Wirtschaftsethik haben keinen Stellenwert mehr. "Investmentbanker", Hedgefonds, "Heuschrecken" und "Ausbeinler" machen den goldenen Schnitt, bereichern sich bis zur Obszönität und lassen in der Realwirtschaft Wüstungen zurück.
Matthias Mander ist ein schafsinniger und unbestechlicher Beobachter, der aus langjähriger eigener Wahrnehmung spannend und sachkundig zu erzählen versteht.
"Ledergeld" oder "Der unzerreißbare Schuldschein" ist ein gelungenes, packendes Theaterstück, das von hervorragenden Schauspielern und Schauspielerinnen gespielt wird, die ihre Rollen in überzeugender Weise zu verkörpern verstehen.
Die Inszenierung verzichtet dankenswerterweise auf modernistischen Regie-Schnick-Schnack und hebt sich auch dadurch überaus wohltuend von dem ab, was heutzutage auf den "großen" Bühnen geboten zu werden pflegt. |
| Prof. Helmut F. Karner |
2009-03-19 22:14:28 |
Zu Matthias Manders "Ledergeld", Premiere am 17/3/09.
Gerade vom Theater zurückgekehrt, drängt es mich, Ihnen noch einiges zu sagen:
Es war großartig!
Eine hohe Erwartung wurde noch übertroffen:
• Ich habe sehr genau zugehört, und habe kein falsches Wort, keinen falschen Ausdruck, keinen einzigen falschen Zusammenhang betriebswirtschaftlich und finanzwirtschaftlich gehört. Das zeigt Ihre ungeheure intellektuell redliche Vorarbeit und beeindruckende Fitneß in komplexen finanzwirtschaftlichen Themen
• Sie haben die Stilmittel des Dichters und Dramatikers genützt, um viel intensiver und überzeugender (als dies alle Journalisten und Intellektuellen können) diese Umstände anzukreiden. Damit werden Sie viel bewegen – dazu muss das Stück noch in viel größere Häuser und ins Ausland!
Und außerdem haben Sie eine schöne Vision einer gerechten Wirtschaft durchscheinen lassen. Knapp, aber gerade deswegen berührend.
• Sie haben es geschafft, das Ensemble zu elektrisieren und betroffen zu machen, so daß die nicht ein Stück abgespielt haben, sondern voll eine Identität in der Darstellung gefunden haben.
• Die Paradoxie des Schlusses hat wahrscheinlich nicht die beruhigende Wirkung eines „Happy End“, sondern genau die nachdenklich machende über manche Aussichtslosigkeiten in diesem falschen Betriebssystem.
Sie haben meiner Frau und mir einen hochklassigen, spannenden, berührenden und betroffen machenden Abend geschenkt.
Dafür vielen Dank!
|
| Susanne Peschina |
2009-01-14 13:43:25 |
Lieber Gerald,
dass der in seinen Ansprüchen an menschliche, moralische und politische Integrität - von seinen Mitarbeitern und den zeitlichen Entwicklungen - enttäuschte, köstlich menschliche Kreisky doch nicht deine letzte Bühnenfigur für die Bühne Wieden sein möge, hoffe ich doch stark.
All diese Figuren, - ob Schnitzler, Sindelar, Mahler, Robert Stolz etc. - die in den letzten Jahren so munter in diesem kleinen Raum und Rahmen zu Leben begannen, haben an diesen Abenden die oft überlappenden Situationen von Ruhm und Angst, öffentlicher Bewunderung und privater Verlassenheit,etc., einfach zwischen Sein und Schein gezeigt.
Also lass diese einzigartige "Schiene" in der Wiener Theaterwelt nicht verrosten und mache bald wieder weiter!
|
| Angela Selucky |
2008-09-15 21:02:52 |
Ich hatte das Vergnügen, und das war es wirklich, das in der Freien Bühne Wieden nun am Programm stehende Stück „ROBERT STOLZ UND HERMANN LEOPOLDI“ schon bei den Sommerfestspielen auf Schloss Sitzenberg zu sehen. Ich freue mich schon sehr, dieses Stück auch in der Freien Bühne zu besuchen. Besonders hervorzuheben waren für mich der Charme und Witz der einzelnen Charaktere, die die Schauspieler großartig verkörperten, ganz besonders aber die verwandlungsfähige Michaela Ehrenstein. Aber auch die Tiefgründigkeit kommt in diesem Stück nicht zu kurz.
Wiederum ein tolles Stück von Gerald Szyszkowitz, ein großes "Bravo" an das gesamte Team inklusive den Musikern.
Für dieses Stück und für die neue Saison ALLES GUTE, stets ein volles Haus und möget Ihr alle daran genau so große Freude haben wie Euer Publikum.
Herzlichst, Angela Selucky
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| Dr. Helmut Ramharter |
2008-03-19 02:36:48 |
Sehr geehrter Herr Unger! Ihr ehemaliger Zahnarzt hat heute Ihr Stück "Die ""Komödie"" von der Gier gesehen und sich mit Freude an seinen lieben Patienten und Reisegefährten in Aghios Nikolaos erinnert. Ich war beeindruckt und bin noch ganz aufgewühlt von diesem originellen Stück. Kompliment, auch von meiner Frau, auf diesem Wege ein Applaus für den Dichter!
PS: Bleiben Sie bitte, im Gegensatz zu mir, noch recht lange im "Unruhestand"!
Die Kunst des Ensembles war, wie gewohnt, mitreissend.
Die Musik war alles andere als nur Untermalung.
Danke für diesen wertvollen Abend. Dr. Helmut Ramharter. |
| Ulrike List |
2008-02-03 12:14:35 |
Das Stück hat uns sehr gut gefallen, auch die Ausführung durch die Schauspieler.
Sehenswert war allerdings auch der Szenenwechsel, wie elegant die Sessel geschwungen wurden, da war keine Bewegung zuviel, alles schien perfekt durchdacht - also, bitte das nächste Mal auch diesen Mann "vor den Vorhang"!
Alles in allem - ein sehr gelungener Abend, danke!
Ulrike und Richard List |
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