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Uraufführung 11. Januar 2005

HEDY KIESLER LAMARR
von Wilhelm Pellert

Hedy Kiesler LamarrMichaela Ehrenstein
  
Regie Gerald Szyszkowitz
AssistenzAlfred Beil, Peter Beil

Musiker

Peter Bauer, Hartwig Eitler, Peter Hofmann, Franz Luttenberger, Christoph Rois, Gerhard Stächelin
KostümeGabi Weninger
FotosRolf Bock

 

HEDY KIESLER LAMARR

Weniger wie ein Theater, sondern viel mehr als ein verrauchter Jazzclub der 40er Jahre präsentiert sich das kleine Theater in der Wiedner Hauptstraße dieser Tage. Mittendrin Michaela Ehrenstein mit langen Wimpern, langem Abendkleid und Mittelscheitel. Sie sieht der Hollywooddiva tatsächlich ähnlich, die hier den Musikern und den anderen Gästen aus ihrem bewegten Leben erzählt. Von ihren Höhenflügen ebenso wie von ihren Niederlagen, aber vor allem von jenem Aufreger, der sie von Anfang an zum Sexsymbol machen sollte, ihrem ersten Filmauftritt als Achtzehnjährige in dem tschechischen Film 'Ekstase'. „Niemand auf dem Set wird dich sehen", hatte ihr der Regisseur vor den Nackt­szenen versprochen, aber als sie den Film zum ersten Mal sah - sie saß bei der Premiere in Wien in der ersten Reihe zwischen ihrem Vater und ihrer Mutter -, war das Gegenteil der Fall: Alle sahen sie nackt! Allerdings störten sie die Nackt-szenen gar nicht so sehr, denn „die Nacktheit da oben", sagt sie, „habe ich viel leichter ertragen als die Großaufnahme meines Gesichtes während des Orgasmus."
Dem steilen Aufstieg in Amerika folgte ein langsamer Absturz, aber auch noch ihre größte Fehlentscheidung nimmt sie - zumindest auf der Bühne - mit Humor: „Ich hab immer geglaubt, dass ich einen Riecher für gute Rollen habe, aber da wurde mir zum Beispiel diese banale, unlogische Agentengeschichte angeboten ... Also die hab ich selbstverständlich sofort abgelehnt!" Durch diese Ablehnung von 'Casablanca' hat sie Ingrid Bergmann zu ihrem größten Erfolg verhelfen.
Doch die als Hedy Kiesler in Wien geborene und aufgewachsene Hedy Lamarr ausschließlich auf die nackte Filmdiva und später - nach ihrem Auftreten in 'Sam-son und Delilah' - auf die 'schönste Frau der Welt' zu reduzieren, greift zu kurz. Neben der Filmdiva gab es auch die 'Erfinderin' Hedy Lamarr. Als leidenschaftli­che Gegnerin der Nazis wollte sie die Alliierten unterstützen und erfand gemein­sam mit dem Komponisten George Antheil eine Technik zur störungssicheren Funksteuerung von Torpedos. Die Synchronisierung zwischen Sender und Emp­fänger basierte dabei auf einem musikalischen Prinzip, das bis heute zum Bei­spiel die Basis für das Funktionieren aller Mobiltelefone ist. Alles in allem also: Eine gute und erfüllte Lebensgeschichte jener anmutigen Dunkelhaarigen, von der nichts verschwiegen wird in diesen neunzig Minuten in der Freien Bühne Wieden, pardon, in der 'Jazzbar auf der Wieden'.
Nikolaus Schauerhuber im Kultur-Journal in Ö1 am 25. 01. 2005

Michaela, du warst wunderbar!
Dein Willi Pellert


 
 
 
 
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